
Zeitreisen durch Lenzburg. Band 2. 20 Beiträge mit Stadtarchivar Christoph Moser / Stiftung Museum Burghalde (Hg.): 13 x 19 cm, 240 Seiten, Softcover mit Klappen, reich bebildert.
Verlag Seidel & Schütz, Zürich 2026.
ISBN 978-3-03846-865-3
Zeitreisen durch Lenzburg Bd 2
Zeitreisen durch Lenzburg
Durch verwinkelte Gassen auf alten Pfaden begibt sich Stadtarchivar und alt Stadtschreiber Christoph Moser auf Zeitreisen quer durch Lenzburg. Während Jahren durchstöberte Christoph Moser Archive, Chroniken und Fotosammlungen.
In seinem frisch publizierten Buch durchquert er seine Heimatstadt – Gufenstädtchen und einstiges Eldorado des Schnupftabaks – von der Schnapsgläschenparade zur mittelalterlichen Richtstätte und von der Witwenvorstadt zum Lustgarten der Landschreiberei. In 20 Kapiteln erzählt er Geschichten von bebenden Schweinen und schwebenden Beinen, berichtet von Musiknoten, Banknoten und Kohle. Er enthüllt Stalinblöcke und Flötenblöcke, fröhnt dem köstlichen Malaga-Wein und spürt der Polizei hinter maurischer Fassade nach. Neugierig ergründet er den Überschallknall des Chlausklöpfens und den Zauber des Jugendfests.
Der zweite Band knüpft am ersten Teil an und deckt weitere vergessene Geschichten, Gesichter und Orte auf.
20 Spaziergänge auf 240 Seiten. Kurzweilig und reich bebildert.Auf Schritt und Tritt durch die Zeit
Auf Anfrage des Onlineportals «WeLoveLenzburg» verfasse ich seit Frühjahr 2000 ungefähr im Monatsrhythmus einen Beitrag mit dem Titel «Zeitreise». Zielgruppe dieser «Zeitreisen» sind vor allem Personen im jüngeren und mittleren Alter oder erst vor kurzem Zugezogene, die vieles, was in Lenzburg in den letzten Jahrzehnten passierte, nicht selbst erlebt haben. Aber auch für ältere Semester haben die «Zeitreisen» ihren Reiz, rufen sie doch die eine oder andere Erinnerung an frühere Erlebnisse wach.
Nachdem von verschiedener Seite angeregt worden war, diese «Zeitreisen» in Buchform herauszugeben, konnte im Frühjahr 2025 dank der Initiative der Stiftung Museum Burghalde als Herausgeberin der erste Band mit 20 der inzwischen über 60 «Zeitreisen» vorgestellt werden. Nun liegt der zweite Band vor.
Die «Zeitreisen» bewegen sich vor allem in den letzten 30 bis 70 Jahren. Sie rufen auch längst Verschwundenes in Erinnerung. Häufig bilden neue oder umgebaute Gebäude, Einweihungen oder Betriebseinstellungen den Anlass für die Rückschau auf die historische Entwicklung.
Für mich als gebürtigen und hier aufgewachsenen Lenzburger bilden das im Laufe von über 70 Jahren persönlich Erlebte, meine Erfahrungen aus meiner langjährigen Tätigkeit als Stadtschreiber und die historischen Quellen im Stadtarchiv die Grundlage für diese kleinen, reizvollen Einblicke in die Vergangenheit unseres Städtchens. Dabei geht es nicht in erster Linie um historisch wichtige Ereignisse, sondern meist stehen kleinere Begebenheiten im Mittelpunkt der Geschichten. Wenn die «Zeitreisen» Erinnerungen an das eine oder andere Ereignis wecken und die Veränderungen aufzuzeigen vermögen, die unsere liebenswürdige kleine Stadt im Herzen des Kantons Aargau vor allem vom 19. bis ins 21. Jahrhundert erlebt hat, so freut mich das.
Vorab gilt mein grosser Dank der Stiftung Museum Burghalde. Sie unterstützt meine Arbeit an den «Zeitreisen» durch die Zurverfügungstellung von Aufnahmen aus ihren Fotoarchiven. Ohne den tatkräftigen Einsatz der Stiftung und des Museumsleiters Dr. Marc Philip Seidel wäre die Herausgabe der «Zeitreisen» in Buchform nicht möglich gewesen. Ein herzlicher Dank geht sodann an Silvia Dell’ Aquila, die Initiantin von «WeLoveLenzburg», für die Gestaltung der «Zeitreisen» und die Bereitstellung des Materials für die Buchherausgabe. Ganz besonders danken möchte ich den grosszügigen Sponsoren, die mit ihren Beiträgen die Herausgabe des Werks in Buchform ermöglichen.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen bei der Lektüre.
Christoph Moser
Zeitreisender und AutorFür die Stiftung Museum Burghalde ist es eine Herzensangelegenheit, dieses bedeutende Projekt als Herausgeberin zu ermöglichen. Es entspricht unserer gelebten Mission, das kulturelle Erbe unserer Region nicht nur zu bewahren, sondern als lebendigen Teil unserer Identität begreifbar zu machen.
Was alle diese Texte miteinander verbindet, ist die Transformation unserer Heimat: Orte, die wir heute ganz selbstverständlich nutzen, offenbaren in diesem Buch ihre oft überraschende Herkunft. Es ist ein schönes Gefühl des «Wiederentdeckens», das uns beim Lesen begleitet. Wir erfahren, dass wir heute dort einkaufen, wo einst Pioniergeist in Form von Wellkarton-Maschinen dampfte, oder dass Orte der Stille heute von fröhlichem Kindergeschrei erfüllt sind.
Christoph Moser erweist sich erneut als einfühlsamer Chronist, der nicht nur als Stadtarchivar Fakten prüft, sondern als gebürtiger Lenzburger seine eigene Biografie mit der Stadtgeschichte verwebt. Seine Texte schlagen eine Brücke zwischen den Generationen – sie bietet Neuzuzügern einen wertvollen Schlüssel zum Verständnis ihrer neuen Heimat und den Alteingesessenen kostbare Erinnerungsmomente.
In diesem Band begleiten wir beispielsweise den Klausbrunnen auf seiner jahrhundertelangen Odyssee durch das Städtchen – eine Reise, die uns zeigt, wie sehr sich das Zentrum Lenzburgs immer wieder neu erfunden hat. Wir blicken zudem hinter die Mauern der «alten Nagli», dem ältesten Fabrikgebäude der Stadt, das heute als modernes Mehrfamilienhaus den Bogen von der frühen Industrie zum zeitgemässen Wohnen spannt.
Diese Sammlung ist eine Liebeserklärung an unsere Kleinstadt. Sie lehrt uns, mit offeneren Augen durch unsere Gassen zu gehen und die Geschichten zu hören, die hinter jeder Fassade und an jeder Strassenecke flüstern.
Ich danke Christoph Moser von Herzen für seine unermüdliche Hingabe und seine Gabe, mit seiner Erzählkunst das Vergangene so lebendig in unsere Gegenwart zu holen.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viele berührende Augenblicke auf dieser ganz persönlichen Reise durch unser Lenzburg.
Kathrin Scholl
Präsidentin Stiftung Museum BurghaldeVorwort
Zum Geleit
Zeitreisen
Lenzburger Bräuche – vom Chlausklöpfen
Vom Beleuchtungsgas zum Erdgas Niederlenzer Kirchweg – ein Zeuge
der regionalen Kirchengeschichte
Vom Niederlenzer Kirchweg zur Augustin Keller-Strasse
Von der Schnapsgläsliparade bis zur mittelalterlichen Richtstätte
Von Lenzburgs Sportplätzen und Turnhallen
Was hat Walo mit dem Lenzburger Wald zu tun?
Von den Tanzkursen im «Central» zum Radiologiezentrum
450 Jahre Klausbrunnen – Teil 1
450 Jahre Klausbrunnen – Teil 2
Die Witwenvorstadt und ihre vornehmen Villen
Das einstige Eldorado der Verpackungsindustrie
Vom Tennissport zum Mülimärt
Vom Ziegelacker oder Lindenplatz Vom Ziegelacker an den Ziegeleiweg
Aus Kühen, Pferden und Stammtischgästen werden Kinogänger
Eisenbahn Teil 4 – Ein Bahndamm vor der Aussicht
Eisenbahn Teil 5 – Vom Largo zum Allegro und ein drittes Gleis
Hero Teil 1 – Die Konservierung ist in Lenzburg nun Geschichte
Hero Teil 2 – Vom familiengeführten Unternehmen über Manager in deutsche Hände
Von der alten Nagli als Lenzburgs ältestes
Fabrikgebäude zum modernen Mehrfamilienhaus
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Quellen
Dank / ImpressumEmail an: verlag@seidelschuetz.org