Neuerscheinung: Jahrbuch ZSV 2019/2020

25 Autorinnen und Autoren des Zürcher Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverbandes in einem Buch... Tanzen auf der Erdkrümmung. Prosa und Lyrik. Jahrbuch 2020 des ZSV

Verlagshaus Seidel & Schütz, Zürich, 144 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-03846-945-2

Fr. 28.– / € 24.– zzgl. Porto. Bestellen: verlag@seidelschuetz.org


Während des Literaturfestivals «Zürich liest» feiert der ZSV die Vernissage seines neuen Jahrbuches «Tanzen auf der Erdkrümmung». Es vereint Lyrik, Prosa und autobiographische Texte von 25 Mitwirkenden. Die literarische Reise führt durch verschiedene Jahrzehnte und macht in England, auf einem Meerschiff, auf dem Mond und in der Schweiz Halt macht und reflektiert bereits die Corona-Pandemie. Dieses Jahrbuch vereint 25 völlig unterschiedliche Texte, wobei jeder einzelne es verdiente, an dieser Stelle gewürdigt zu werden. Wenige seien stellvertrend in diesen Zeilen herausgepickt. Der poetische Titel «Tanzen auf der Erdkrümmung» verspricht nicht zu viel: Verträumtes und Lyrisches finden ebenso Platz wie das Erzählerische – Faktisches wechselt sich mit Fiktivem ab, Vergangenes mit Aktuellem. Und vielleicht nimmt das Frühstück auf dem Mond gar künftige Reisetrends vorweg. Reisen und Migration Rolf Dorner erinnert sich in seiner Erzählung «Stuttgart-Luzern einfach» an seine Ankunft 1958 in der Schweiz als Zwanzigjähriger mit bloss zwei Koffern, um im damals neu erstellten Schindler-Werk in Ebikon als Maschinenzeichner zu arbeiten. Der Gegensatz zur aktuellen Schweiz könnte kaum grösser sein. Verena Regina Keller schildert in «Der Diebstahl» anhand einer

Gruppe junger Männer aus dem nahen Osten wie das schweizerische Asylwesen funktioniert.

Das Fernweh liegt weiteren Texten zu Grunde: Lotty A. Schellenberg erinnert sich an die Riffe, Stimmungen und Landschaften Cornwalls, Karlheinz Pichler lädt zur Reise im österreichischen Hochgeschwindigkeitszug Railjet ein. Und in der titelgebenden Kurzgeschichte «Tanzen auf der Erdkrümmung» beschreibt Urs von Schroeder die

wechselnden Stimmungen einer Seefahrt auf dem Meer, das er mit einer Frau mit tausend Gesichtern vergleicht. Sprachliches und Zweiprachiges Gisela K. Wolf sinniert in «Ein Tag

zum Schreiben» über das Schreiben an und für sich. Wie nah verwandt und doch unterschiedlich Mundart und Hochsprache sind, lässt sich in Rolf Zumbühls zweisprachiger Lyrik auf Nidwaldnerisch und Hochdeutsch erleben. Eine ZSV-Premiere sind Gaetano Verardis Gedichte, die simultan auf deutsch und italienisch erschienen.

In seiner Gesamtheit bildet «Tanzen auf der Erdkrümmung» das bunte Kaleidoskop des reichen aktuellen Zürcher Literaturschaffens ab. Es sind Erlebnisse, Erinnerungen, Fantasien und Lebenshaltungen, eben jene poetischen, kreativen und kritischen Ideen, welche die Leserschaft und die Worte von 25 Autorinnen und Autoren tanzen lassen. Artikel von: Yves Baer, in: WORT, S. 60-61. Die Mammutlesung mit Vernissage des ZSV-Jahrbuches «Tanzen auf der Erdkrümmung»

am Sa. 24. Oktober ab 15 Uhr bei Zweifel 1898, Fasskeller, Regensdorferstrasse 20,

8049 Zürich, musste aufgrund der aktuellen Lage abgesagt werden.






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