
Sieben Geschichten mit doppeltem Boden.
Mit humoristischen Illustrationen von Helmut Germer.
124 Seiten, 111 x 148 mm, Hardcover, Schutzumschlag
Verlag Seidel & Schütz, Dezember 2024
ISBN 978-3-03846-890-5
Abgründe. Albrecht Rasche
Albrecht Rasche ist ein Grossmeister der kleinen Form. Je mehr Zeit er sich für seine Geschichten nimmt, desto rasanter tun sich deren Abgründe auf und lassen uns schmunzelnd erschaudern. In diesen sieben Anekdoten öffnet uns der Autor die Augen für die doppelbödige Einrichtung unserer Welt.
Rasches Figuren hausen in diesen Abgründen, aber sie können sie sehen und schärfen unseren Blick. Da ist der Psychotiker, dessen Diagnose längst notiert ist. Doch je länger wir durch seine Augen blicken, desto mehr scheint sich dieser Befund gegen den Arzt zu wenden. Und da gibt es die zwei Kannibalen, die wissen, dass sie nichts als Figuren einer Geschichte sind. Ihr Abgrund ist das Ende der Erzählung, an dem ihnen ihr Schöpfer das knusprig gebratene Stück Missionarslende aus den Händen zu reissen droht …
BLINDGÄNGER 07
KRÄHEN 23
STOPFGANS 37
ELDORADO 55
GROSSVATER GEHT ES GUT 75
EINE WAHRE GESCHICHTE 91
KANNIBALEN 109
AUTOR 121Albrecht Rasche hat, nach einer ersten Ausbildung zum Zeitungsredakteur, Psychologie studiert und anschließend die Ausbildung zum Psychoanalytiker absolviert.
Heute ist er Dozent und Supervisor am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie (IPPF) in Freiburg im Breisgau (D). Sein Spezialgebiet ist Traumtheorie und Traumdeutung. Seine Arbeit Soziale Aspekte des Traumes wurde mit dem Förderpreis der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft ausgezeichnet.
Im Silver Jazz Quintett spielt er das Saxophon und liest seine Texte.«Albrecht Rasche bedient sich jener traditionellen Erzählerfiguren, die uns Lesende bei der Hand nehmen und durch die Geschichte führen. Doch je länger wir diese Hand halten, desto beklommener fragen wir uns, ob wir nicht eigentlich an einen ganz und gar modernen Erzähler
geraten seien. Einen Erzähler, der uns zu den Abgründen führt, die hinter dem Offensichtlichen gähnen. Rasches Figuren hausen nicht in diesen Abgründen, aber sie können sie sehen und schärfen unseren Blick. Da ist der Psychotiker, dessen Diagnose längst notiert ist. Doch je länger wir durch seine Augen blicken, desto mehr scheint sich diese Diagnose gegen den Arzt zu wenden. Und da gibt es die zwei Kannibalen, die wissen, dass sie nichts als Figuren einer Geschichte sind. Ihr Abgrund ist das Ende der Erzählung, an dem ihnen ihr Schöpfer das knusprig gebratene Stück Missionarslende aus den Händen zu reißen droht.In Rasches Erzählarrangements entspinnt sich ein feiner Humor. Nicht weil Rasche seine Figuren belächeln würde, sondern weil er sie ernst nimmt und mit einer Genauigkeit zu Wort kommen lässt, die augenzwinkernd an unseren Gewissheiten nagt. Albrecht Rasche nimmt uns bei der Hand, aber sehen müssen wir selbst. Und was wir sehen, öffnet uns die Augen für die doppelbödige Einrichtung unserer Welt.»
Philipp Brotz
Email an: verlag@seidelschuetz.org